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Bildanalyse: Freya vor dem Vorhang

In einem Kommentar zu meiner vorgestrigen Umfrage zu Wunschbildern für Hintergrundinformationen hat einer meiner Patrons dieses Bild von Freya genannt - und sehr gerne erzähle ich ein bisschen was dazu :)

Dieses Bild ist - mit Ausnahme von einer winzigen retuschierten Hautstelle - praktisch unbearbeitet. Es stammt aus einem Shooting in einem Airbnb in Karlsruhe, an einem sonnigen Märznachmittag und wurde um kurz vor 14:00 Uhr aufgenommen. Freya sitzt vor einem Fenster, das ziemlich genau nach Süden ausgerichtet ist.

Die Lichtstimmung habe ich bei diesem Bild durch ein bisschen künstlichen Nebel, mit einer batteriebetriebenen Mini-Nebelmaschine von Vosentech, dem MicroFogger 3 Lite erzeugt. (Ich glaube, die sind leider noch immer nur per Direkt-Import aus den USA, bei https://vosentech.com/index.php/product/microfogger-3-lite/ erhältlich). Diese Mini-Nebelmaschine habe ich immer in meiner Fototasche dabei, um etwas spannenderes Licht zu bekommen, falls die Location es erlaubt oder notwendig macht. (Bei der Arbeit mit Nebelmaschinen solltet ihr übrigens unbedingt die  Feuer- und Rauchmelder in der Location temporär deaktivieren und erst nach dem Lüften wieder aktivieren. Ja, ich spreche aus Erfahrung :). Gerade in Mietstudios spreche ich immer mit dem Vermieter ab, ob das überhaupt möglich ist, oder ob gar eine automatische Aufschaltung zur Feuerwehr besteht.)

Wichtig bei diesem Foto waren zwei Punkte bei der Arbeit mit dem künstlichen Nebel: ich wollte zuallererst erreichen, dass der Eindruck von Dunst (Raumatmosphäre) entsteht, und keine dichte Nebelschwaden sichtbar sind. Da aus einer Nebelmaschine meist sehr dichter, strukturierter Nebel in dicken Schwaden ausgestoßen wird, habe ich nach dem Vernebeln die Schwaden im Raum verwirbelt - und zwar einfach mit einer Zeitung drauflos gefächert :). Am Ende hatte ich danach diesen relativ konsistenten und strukturloser Dunst im ganzen Raum.

Dieser Dunst macht Lichtstrahlen vor allem im Gegenlicht sichtbar, und meist nur dann wirklich gut, wenn es sich um sehr schmale Lichtquellen handelt. Ich habe daher Freya gebeten, sich vor den geschlossenen Verdunklungsvorhang zu setzen und diesen einfach ein paar Zentimeter zu öffnen, sodass das direkte Sonnenlicht von Außen in dem Raum kann. Man sieht die geringe Breite des Lichtbandes sehr gut auf ihrer Schulter und am Boden hinter ihr -- es war wirklich nur ein Mini-Spalt, der aber durchaus Drama ins Bild bringt.

Ein kleines Lichtdiagramm zur Visualisierung findet ihr unten verlinkt.

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EXIF-Daten des Bildes:

50mm, F/1.4, 1/400, ISO 200
Kamera: Sony Alpha A7R IV
Objektiv: Zeiss Distagon 50mm 1.4
Datum/Uhrzeit: 20.3.2022 13:50

Bildanalyse: Freya vor dem Vorhang Bildanalyse: Freya vor dem Vorhang

Comments

Zu den Zimmer: das ist tatsächlich sehr unterschiedlich. Vorweg gibt's bei den Hotels verschiedene Richtungen: Zuerst mal die, die offiziell allgemein eher kein Akt-Shooting für Veröffentlichung freigeben würden (aber deren Management/Inhaber dann im Bekanntenkreis durchaus manchmal antworten: wenn du uns nicht fragst, einfach machst und uns nicht markierst, dann wissen wir von nichts :)). Dann gibt's Hotels, die überhaupt kein Problem damit haben - und auch eigene Verträge für Shootings bereitliegen haben. Das sind oft die kleineren, inhabergeführten Boutique Hotels. Ich selbst buche Hotelzimmer meistens mindestens für eine Nacht, da ich meist nur im Zuge einer Shootingreise in den Zimmern fotografiere, und dann nach dem Shooting auch wirklich dort übernachte. Aber in beiden Kategorien gibt's durchaus auch Hotels, die Zimmer für "Day Use" vermieten: das ist während Corona interessant geworden, für die Flucht aus dem Home-Office. Day Use-Zimmer gab's auch auch schon früher ... die waren vor allem bei Patchwork-Paaren in der Kennenlernphase (bevor man den Kids zuhause den neuen Partner vorstellen möchte) oder für Affären in der Mittagspause beliebte Optionen. Die Preise für offiziell angefragte Shootings können teilweise durchaus von den Übernachtungspreisen abweichen. Ich hatte schon Shootings, bei denen ich für 50 EUR einfach um 12:00 Uhr Mittags rein, dann in mehrere Zimmern solang ich wollte shooten durfte. (Aber das war während der Corona-Zeit bei geringer Auslastung und bei einem coolen, neuen Boutique-Hotel). Am anderen Ende der Skala gibt's Hotels, die überhaupt keine Zugeständnisse für frühere Checkins machen, was im Winter ein Shooting bei einer Checkin-Zeit um 15:00 Uhr praktisch unmöglich macht. Und dann aber dennoch für die Location-Freigabe den dreifachen Zimmerpreis bei einem Shooting möchten.

Ingo

Dankeschön für diese Ausführliche Beschreibung, dazu hätte ich noch Fragen bezüglich der Location und dem Nebelmaschinchen. Ist es einfach so möglich ein Zimmer für ein paar Stunden in einem Hotel für ein Shooting zu buchen, ist ja schließlich kein Stundenhotel? Und ich habe gelesen das solche Nebelmaschinen einen klebrigen Film hinterlassen wenn man sie verwendet?

tobls


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