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[GG] "Ich will nicht mit ihm!"

Ok, here is something different. This is one the few (spoiler free) texts I dare to show you. It's in German only, I'm very sorry!

It's about Piet and Levi as kids, or rather about their dad Jens (+mom Alexandra), referring to the bathroom sketch I posted earlier (even though they're not as happy in the text). It shows a bit of their family dynamic.

Feel free to tell me your thoughts about it. It's not written perfectly, not quite script, not quite prose. But I use writing mostly as a way to pin ideas down quickly because drawing takes sooo much longer (like, a hundred years longer).  

Enjoy! :)


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Die Tür von Jens' (32) Arbeitszimmer schwingt auf.
Ein kleiner Junge schiebt sich unter seinem linken Arm und dem Stuhl durch.
Jens zieht die Kopfhörer runter.

Jens: Wer besucht mich denn da?
Levi (5): Mama hat gesagt, du sollst mit mir baden gehen.

Er liegt halb auf dem Schoß seines Papas und lässt einen Dino über seine Beine und den Arm hoch galoppieren.

Jens steht auf und schnappt den Jungen.

Jens: Ist es schon Zeit, ja?

Levi lacht und windet sich in seinen Armen.

Heimlich und mit schlechtem Gewissen schaut Jens zur Uhr. Er hatte Alexandra versprochen, sich heute Abend um die Jungs zu kümmern. Natürlich ist er viel zu spät dran. Er konnte sich schon immer schlecht von der Arbeit losreißen.

Jens: Dann werden wir dich mal unter den Wasserfall stellen! Und deinen Dino gleich mit dazu!

Er hebt Levi unter dessen Jauchzen auf die Schultern und verlässt das leere Arbeitszimmer.


Im Wohnzimmer entdeckt er Piet (7), der mit angezogenen Beinen tief in die Couch gesunken ist. Er starrt konzentriert in ein Buch.

Jens hält an und lächelt. Sein ältester Sohn ist so ein ernster, kleiner Kerl. Seit er zur Schule geht, hat er diesen stillen Zug an sich. Nicht immer – Piet redet immer noch gerne und viel, interessiert sich für alles mögliche, aber manchmal hat Jens das Gefühl, als ob er ein Stück Fröhlichkeit eingebüßt hätte.

 Jens: Hey, Großer!
Piet schaut zu ihm.

Jens: Ab in die Wanne.

Piet zieht eine Schnute.

Jens: Ist längste Zeit. Das letzte Mal war, äh …
Levi hat das Kinn auf seine Haare und die Hände an seine Wangen gelegt.
Levi: Vorvorgestern.

Jens: Ja, danke. (hatte keine Ahnung, wann das letzte Mal war)

Piet zieht immer noch ein Gesicht.
Piet: Ich will nicht mit Levi.

Jens: Jetzt komm erst mal mit und dann schauen wir, was wir mit euch zwei machen.

Maulend schlappt Piet zu ihnen und geht mit ihnen die Treppe hoch ins Bad.

Oben flitzt Levi in sein Zimmer, um Spielsachen für die Wanne zu holen.

Jens dreht das Wasser der Badewanne auf.
Missmutig lehnt Piet lehnt mit verschränkten Armen gegen den Türrahmen.

Jens setzt sich auf den Klodeckel.
Jens: Was stört dich an Levi?

Piet: Er macht nur Quatsch und spritzt mit dem Wasser rum.
Jens fühlt nach dem Wasser.
Jens: Vor nem Jahr warst du auch noch so.
Piet: Jetzt aber nicht mehr.

Er kickt mit dem Fuß immer wieder leicht gegen die Tür.

Jens: Und wenn du nach ihm rein gehst?
Piet: In sein ekliges, benutztes Wasser?? Der pinkelt bestimmt rein!
Jens (seufzt): Schon gut. Aber wenn jeder von euch ne extra Wanne bekommt, ist das Wasserverschwendung.
Piet (trotzig): Ich will aber nicht mit ihm!

Da drückt sich Levi mit einer Plastikkiste an ihm vorbei ins Bad.

Jens: Die willst du alle mit rein nehmen?
Levi: Die Dinos und den Wal auf jeden Fall.
Er sucht sich ein paar Tiere aus und wirft sie ins Wasser.

Jens hilft ihm ausziehen.
Ohne sich zu rühren schaut Piet immer noch mit grimmigem Gesicht auf seinen kleinen Bruder.  

Jens hebt Levi in die Wanne, der gleich anfängt mit dem Schaum und den Tieren zu spielen.

Hilflos schaut Jens seinen Ältesten an.
Jens: Komm, ich sag Levi, dass er nicht so wild machen darf.
Piet: Nein, ich will nicht!!
Damit stampft er in sein Zimmer.

Jens seufzt wieder.
Er kann sowas nicht. Streng zu den Kindern sein bricht ihm erstens das Herz und zweitens ist es viel zu anstrengend.

Jens (ins Haus): Alexandra!!

Alexandra steht Jens im Flur gegenüber. Die Tür vom Badezimmer ist angelehnt.

Alexandra: Du bist ein absoluter Schwächling, Jens! Jedes Mal läuft das so. Jedes verdammte Mal!

Jens steht da wie ein geschlagener Hund.

Alexandra: Ich bitte dich wirklich nicht oft, mir die Kinder abzunehmen, aber jedes Mal holst du mich zu Hilfe, weil du nicht klar kommst.
Jens: Du kommst halt viel besser mit ihnen zurecht. Was macht man mit nem trotzigen Kind?
Alexandra (zischt): Es erziehen, du toller Vater!!  

Jens: Das hilft mir jetzt viel …

Levi (aus dem Bad): Papa!

Die Eltern bleiben sich noch einen Moment gegenüber stehen, beide unzufrieden und frustriert.
Jens holt Luft und streckt die Hand nach der Klinke aus.
Jens: Levi ruft mich.
Alexandra: Ach, du bist ein Nichtsnutz!

Verstimmt betritt Jens das Bad, setzt aber gleich ein Lächeln für seinen Sohn auf und lässt sich von ihm Geschichten erzählen.

Alexandra klopft drei Mal laut an Piets Zimmertür, dann tritt sie ein.
Piet schaut erschrocken auf, als er seine Mutter aus dem Augenwinkel sieht.

Alexandra verschränkt die Arme und nickt zur Tür.
Alexandra: Ab ins Bad, aber dalli.

Piet zögert nur zwei Sekunden, dann steht er vom Hängesitz auf und folgt schweigend der Anweisung der Mutter.

Jens staunt nicht schlecht, als Piet ohne ein weiteres Wort im Bad erscheint, sich auszieht und – zwar etwas angewidert, aber immerhin – zu Levi ins Wasser steigt.

Bewundernd schaut er mit gehobenen Augenbrauen zu seiner Frau, die im Türrahmen steht.
Sie verzieht keine Miene und verschwindet kurz darauf.

Piet kneift ein Auge zusammen, als die warme Fönluft über seinen Kopf pustet.

Jens gibt sich Mühe, die Haare trocken zu kriegen und wuschelt immer wieder mit der Hand durch sie durch, um alle zu erwischen.

Mit dem anderen Auge beobachtet Piet seinen Bruder, der schon trocken ist (ein bisschen wild sehen seine Haare aus). Levi ist noch bei ihnen geblieben und wühlt in der Spielzeugkiste. Er baut die Tiere der Größe nach auf dem Rand der Badewanne auf.

Piet: … Der Hund ist größer als der Fuchs.
Levi (schaut): Stimmt doch gar nicht.

Er hebt die kleine Hand über die zwei Tiere, um zu messen.
Piet kneift wieder ein Auge zu, als er ein Ziepen vom Kamm in den Haaren spürt.

Piet: Entweder klappst du beide Köpfe runter oder beide hoch. Und dann ist der Hund größer.

Levi denkt noch eine Weile nach und klappt die Köpfe hoch und runter.
Dann nimmt er ein Rentier und ein Pferd und streckt sie Piet entgegen.

Levi: Und die hier?
Die Tiere pieksen in Piets Bauch.
Piet: Hör auf!!
Er weicht aus und stolpert ein wenig.

Jens: Hui, Vorsicht.

Er schaltet den Fön aus und wuschelt nochmal durch Piets Haare.
Jens: Du bist auch fertig.

Piet geht mit grimmigem Gesicht runter ins Wohnzimmer.

Jens seufzt und wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Levi (ruft von unten): Vorlesen, Papa!
Jens (leicht genervt): Ich komm gleich. Muss euer Chaos noch wegräumen.

Als das Bad in Ordnung ist, schlappt Jens die Treppe runter.

Levi lehnt sich über die Couch und hat ein Buch in der Hand. Piet sitzt auf der anderen Couch in der hintersten Ecke und schaut in sein eigenes Buch.

Jens geht ums Sofa rum und setzt sich zu ihm.

Jens: Na, dann zeig mal. Oh, der kleine Maulwurf, der wissen wollte, welches Tier ihm eine Freude gemacht hat.
Levi kichert.

Jens schaut zu Piet.

Jens: Willst du nicht herkommen? Es gibt noch Plätze in der vordersten Reihe.
Piet (abfällig): Die Kinderkacke interessiert mich nicht.

Jens: Oh wow, sei froh, dass Mama das nicht gehört hat.

Piet wird rot und Jens schmunzelt.

Seinem Papa gegenüber lässt sich Piet häufig gehen. Widersetzt sich seinen Anweisungen und benutzt Wörter, die er sonst nicht sagen darf.
 

Levi kuschelt sich an Jens, der einen Arm um ihn legt.
Jens: Also … der Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gekackt hat.

Piet (murmelt): Warum hat Mama das Buch nicht längst verbrannt?

Jens: Weil du es hasst?
Piet: Nein, weil‘s da um … Scheiße geht.
Wieder läuft er rot an und schaut prüfend zu seinem Vater, ob er ihn zurechtweist.

Aber Jens grinst nur.

Jens: Das Buch hab ICH ausgewählt und sie erlaubt es, weil es mein Lieblingskinderbuch war.

Levi: Meins auch!
Piet: Meins nicht.
Schaut aber grinsend in sein eigenes Buch.

Jens: Also, von vorne. Der Maulwurf …

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[GG] "Ich will nicht mit ihm!"

Comments

I remember reading that book in kindergarden. I also remember not tolerating hyperactive children as a child. And bathtime at grandma and grandpa's, who had a tub. Oh the memories, the nostalgia! You paint such vivid pictures in my head.

Anders


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